Wahllos Hot

Tanja Trawny   09. Januar 2017  
Wahllos

Hörbuch

Untertitel
Gelesen von Dietmar Wunder
Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
  • CD
  • MP3-CD
  • Buch
Anzahl Medien
6
Altersempfehlung
ab 16 Jahren
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Rückentext

Ein Konzert in einem beliebten Nachtclub endet für die Besucher in einem Albtraum, als ein Feuerarlam ausgelöst wird. Der Notausgang ist blockiert - es kommt zu einer Massenpanik mit Toten und Verletzten. Kathryn Dance ermittelt und stößt auf Beweise, die infrage stellen, dass es sich bei den Geschehnissen um ein tragisches Unglück handelt. Ein psychopathischer Killer scheint den Vorfall gezielt inszeniert zu haben, und Dance ist sicher, dass er wieder zuschlagen wird...

"Die charismatische deutsche Stimme von 007 Daniel Crag erzeugt Deaver-Kino für die Ohren" Bild am Sonntag


Booklettext:

Verhörexpertin Kathryn Dance ermittelt bezüglich eines Brandes in dem beliebten Club Solitude Creek. Während des Auftritts einer Bay Nand wurde ein Feuerarlam ausgelöst. Die Betreiber leiten die Evakuierung ein, doch als klar wurde, dass der Notausgang blockiert war, kam es zu einer Massenpanik. Drei Menschen starben, tahlreiche weitere wurden verletzt. Eigentlich soll Dance nur routinemäßig Versicherungschecks durchführen, sie findet jedoch Hinweise darauf, dass es sich bei dem Vorfall nicht um ein tragisches Unglück handelt. Ein psychopathischer Killer scheint die Massenpanik gezielt inszeniert zu haben - er tötet nicht selbst, sondern verlässt sich dafür auf die Angst der Menschen. Und so ist plötzlich niemand mehr sicher, der ins Kino geht, in einem gut gefüllten Restaurant zu Abend isst oder auch nur einen Aufzug betritt...
Dance weiß, dass sie den Täter unschädlich machen muss, bevor er ein weiteres Mal zuschlagen kann. Und sie weiß, dass kein polizeiliches Ablaufprotokoll der Welt sie davon abhalten kann, ihn zu finden.

Jeffrey Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter Thriller. Seit seinem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechslend in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm zahlreiche renomierte Auszeichnungen eingebracht.

Dietmar Wunder leiht seit Jahren Hollywoodstars wie Adam Sandler, Cuba Gooding Jr. und Daniel Crag seine Stimme. Außerdem ist er als Synchronsprecher und - autor tätig und ein gefragter Hörbuchsprecher. Wahllos ist sein 17. Deaver-Hörbuch.


Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
10,0
Sprecher 
 
10,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,5

Jeffrey Deaver bleibt seinem Stil treu und präsentiert mit Wahllos einen ansprechenden, interessanten und auch erschreckenden Psychothriller mit einem sehr intelligenten Täter, welcher aus Drang zu erleben, wie Menschen ihrem Urinstinkt "Überleben zu wollen" folgen und durch die ausgelöste Angst und Furcht die Situationen derart eskalieren, dass Menschen durch gruppendynamische Prozesse selbst zur Gefahr der anderen Flüchtenden werden.

Die Art und Weise wie Jeffrey Deaver bis ins kleinste Detail diese beängstigenden gruppendynamischen Prozesse, welche komplett aus dem Ruder laufen, skizziert sowie die stimmliche Dynamik, in welcher die Angst und Panik der einzelnen Personen sowie deren Schmerz deutlich spürbar für den Hörer ist von Dietmar Wunder lässt den Hörer mitfühlen, mitleiden, den Schmerz, das Knacken der Knochen wie tatsächlich gerade gesehen erscheinen.
 
 Es ist spannend ihm zu lauschen, wie Kathryn Dance diesen Fall nach und nach aufklärt. Sie zunehmend erkennt, dass die erste Massenpanik kein Zufall war sondern initiiert von einem einzelnen Menschen. Wie sie sich nicht täuschen lässt, als man ihr einen "Auftragsgeber" für die Geschehnisse praktisch auf dem Silbertablet liefert. Genauso gelungen fand ich persönlich die Darstellung, wie sie dem Täter und dessen Hintermännern, den Gründen für seine Taten (kommerziell) auf die Spur kam. Dass sie scheinbar zu Anfang der Geschichte auf Grund eines Fehlers degradiert zu worden scheint und eigentlich offiziell bei der Polizeiarbeit nicht habe mitarbeiten dürfen. Wodurch ihr jedoch ein Schachzug gelang, nicht nur den psychopatischen Täter, sondern auch ihren perfiden Kollegen zustellen.

Auch den Killer skizziert Dietmar Wunder verbal genial. Man merkt, dass sich Jeffrey Deaver intensiv mit der Psyche eines antisozialen Menschen, welcher den Drang hat zu töten und Befriedigung zu verspüren scheint, wenn andere leiden, bluten, sterben, auseinander gesetzt zu haben scheint. Er skizziert einen Psychopathen vom feinsten, elegant, unnahbar mit dem gewissen Etwas. Der seine "Massenpaniken" exakt plant und auf Video aufnimmt. Dabei ist er sich, bis er auf Kathryn Dance stößt, seiner Sache so sicher... denn bisher hatte ihn nie jemand mit seinen "Aufträgen" in Verbindung bringen können...jedoch Kathryn Dance war hartnäckig, intelligent und ...mh... irgendwie scheint sie etwas zu haben, was ihn daran hindert, sie wie alle anderen Zeugen aus dem Weg zu räumen... Sie ist in seinen Gedanken... lässt ihn nicht los...und gleichzeitig unterschätzt er sie mit seinem narzisstischen Wesen. 

Jeffrey Deaver gewährt zum Schluss einen tiefen Einblick in die Beweggründe des Täters, welcher es zu genießen scheint, Kathryn Dance sein Inneres zu offenbaren. Vielleicht auch in der Hoffnung, ihr zu imponieren... seinen Narzissmus zu schüren und Bestätigung/ Anerkennung für sein Handeln, seine "Genialität" zu erlangen. Leider war er nicht ganz so perfekt, wie geglaubt... wie ihm Kathryn Dance offerierte und seinem Ego damit keinerlei Bestätigung vermittelte. Der Dialog der beiden fesselte mich. Finde die Darstellung von Kathryn Dance gelungen, ihre Schlagfertigkeit, Logik  und phasenweise unkonventionellen Mitteln, wie sie einen Tathergang versucht zu konstruieren bzw., aufzudecken, spannend.

Neben dem Hauptthema spielt noch zusätzlich eine Gruppe von Jugendlichen eine Rolle in diesem Buch. Zunächst versteht man nicht so richtig, was diese evtl. mit der Massenpanik auslösenden Täter zu tun haben könnten, rätselt als Hörer, versucht Verbindungen dazu zu entdecken. Welche jedoch bis zum Schluss, wenigstens für mich, undurchsichtig blieben und erst dort aufgedeckt wurden.

Fazit:

Es ist mein erster Jeffrey Deaver- Thriller gewesen. Und ich muss sagen, ich präferiere Thriller, bei dem man nicht sofort weiß, wer ist der Mörder, wie sind die Zusammenhänge. Gleichfalls ist mir wichtig, dass mich ein Buch bis zur letzten Seite fesselt.
Dies ist Jeffrey Deaver mit seinem Buch gelungen!
Besonders wegen der gelungenen Interpretationen der einzelnen Hauptprotagonisten von Dietmar Wunder, welcher ihnen Leben einhauchte und dem Hörer die Angst regelrecht spüren ließ.
 
Insgesamt ein sehr unterhaltsames, erschreckend spannendes, furchtspürendes sowie Narzissmus versprühendes Buch, welches zunehmend spannender, interessanter, rätselhafter und temporeicher wird. 
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