In der ersten Reihe sieht man Meer

In der ersten Reihe sieht man Meer Hot

Nico Steckelberg   19. September 2016  
In der ersten Reihe sieht man Meer

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
7
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Rückentext

Erinnern Sie sich noch? Die anstrengenden Urlaubsreisen ins Gelobte Land jenseits der Alpen. Morgens um fünf ging es los, eingepfercht auf der Rückbank des bis unters Dach beladenen Ford Sierra. 15 Stunden Fahrt ohne Klimaanlage und Smartphone, dafür mit ›Ich sehe was, was du nicht siehst‹. Und im Urlaubsparadies wurden Pizza und Espresso misstrauisch beäugt. Rückblickend betrachtet ist so ein Familienurlaub in Bella Italia doch eine Riesengaudi. Volker Klüpfel und Michael Kobr, bekannt für die beliebten Kluftinger-Krimis, lassen uns den ganzen Spaß mit ihrem Helden Alexander noch einmal richtig nacherleben. 

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
8,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
8,5

Wie war das doch gleich mit deutschen Urlaubern im Ausland? War „peinlich“ das korrekte Adjektiv? Nun, bei dieser Familie hier auf jeden Fall. Zum Glück ist der Protagonist aus „In der ersten Reihe sieht man Meer“ erwachsen und erfolgreich in der Werbebranche. Oder etwa doch nicht? Denn als er eines Morgens aufwacht, findet er sich als Kind in seinem Elternhaus wieder – am Abreisetag in den Italienurlaub. Und so darf – oder besser muss! – er mit dem Verstand eines Erwachsenen aus dem digitalen Zeitalter einen gesamten Kindheitsurlaub an der italienischen Mittelmeerküste mit seiner überaus peinlichen und klischeebehafteten Familie verbringen. Doch es wäre ja gelacht, wenn er seine „Skills“ nicht auch hier einsetzen könnte.
 
Nach den Kluftinger-Romanen dürfte es für Volker Klüpfel und Michael Kobr eine Wonne gewesen sein, mal etwas völlig anderes zu schreiben. Tatsächlich ist dieser humorvolle Roman sehr unterhaltsam, wenngleich auch viele Momente wie eine Hommage an Filme oder Sketche à la „Man spricht Deutsh“ oder Loriots Urlaubsdystopie „Gran Paradiso“ anmuten. Natürlich darf auch ein Klufti nicht fehlen, er taucht kurz als Cameo auf.
 
Gelesen wird die Hörbuchfassung des Romans vom Bastian Pastewka. Er macht das natürlich ganz großartig und verleiht jeder der Figuren eine eigene, lebendige Stimme. Stark gemacht, und immer ein bisschen an der Grenze zum „drüber“.
 
Fazit: Wer in den 80ern seinen Familienurlaub peinlich fand, der kann sich mit „In der ersten Reihe sieht man Meer“ dieses Gefühl noch einmal in Erinnerung rufen. Mit ganz vielen „Ich würde am liebsten im Boden versinken“-Momenten, aber auch ein paar Herzschmerz-Szenen, die mindestens genauso gut funktionieren.
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