Ich hasse Menschen

Thor Wanzek   20. Juni 2019  
Ich hasse Menschen

Hörbuch

Untertitel
Eine Abschweifung
Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
4
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Rückentext

Julius Fischer hasst Menschen. Das fängt bei Kindern an. Pubertät geht auch gar nicht. Noch ätzender sind eigentlich nur Studenten. Und natürlich Berufstätige. Die sind am schlimmsten. Aber nichts im Vergleich zu Rentnern. In seinem neuen Buch erzählt er davon, wie er versucht, all diesen Leuten aus dem Weg zu gehen. Und wie er daran scheitert. Er berichtet von einer viel zu langen Zugfahrt nach Köln, von der Wanderung mit seinen Lesebühnen-Kollegen und erzählt vom Besuch der Leipziger Buchmesse mit seinem Freund, dem Dynamo-Ultra Enrico. In der Live-Lesung bringt Julius Fischer seine Verzweiflung auf den Punkt.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
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Atmosphäre 
 
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Sprecher 
 
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Aufmachung 
 
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Gesamtwertung 
 
7,0

Zahlreiche Menschen werden die eine oder andere Wahrnehmung Fischers teilen, und ihren eigenen situativen Groll gegen Mitmenschen wiedererkennen. Das ist auch nicht weiter schwierig, denn Fischer beschreibt allerhand Alltagsszenen, die viele von uns so oder so ähnlich ebenfalls erlebt haben, bzw. er berichtet von Begegnungen, die erst dann lustig werden, wenn sie bereits eine Weile zurück liegen. Er ist längst nicht der Erste, der Anekdoten über kuriose Begegnungen in der Bahn mit dieser oder jenen gedanklichen Abschweifung verknüpft, und wird wohl kaum der Letzte sein, dem sich in den Untiefen der Internets Perspektiven eröffnen, die zwar wenig appetitlich, jedoch berichtenswert sein können, wenn sich der Chronist auf so liebevollen Menschenhass versteht wie Fischer, der hinter allen möglichen und unmöglichen Facetten zeitgenössischer Absonderlichkeit erahnt, dass da Menschen wie du und ich durchs Leben stolpern, purzeln und krabbeln - sei es die Eso-Kitsch-Hippie-Dichterin oder der mit Selbstvertrauen und eigener Phantasie ausgestattete Dynamo-Dresden-Ultra.

Die „Eine Abschweifung“ untertitelte Sammlung von mehr oder minder alltäglichen misanthropischen Anwandlungen kann weder stilistisch noch inhaltlich mit der sprachlichen Schärfe von Thomas Bernhard mithalten. Die besten Momente hat Fischer dann, wenn er hintersinnig um die Ecke kommt, oder politischen Klartext redet. Seine saloppe Vortragsweise ist gewöhnungsbedürftig.
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