Der ganz offene Brief

Der ganz offene Brief Hot

Michael Brinkschulte   01. März 2015  
Der ganz offene Brief

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
2
Internetlink

Rückentext

Da das Hörbuch auf dem Backcover nur die Track- bzw. Brieffolge angibt (siehe Foto), hier der inhaltsbezogene Text der Verlagshomepage:

In den Jahren 1957-1961 erschien in der Zeitschrift QUICK die Kolumne "Der ganz offene Brief". Der Verfasser: ein gewisser Loriot. In Text und Bild zeichnete der junge Autor ein Sittengemälde der jungen Bundesrepublik zwischen Wirtschaftswunder, Verordnungsdschungel und Moralinsäure. Von Hosenkauf und Geschlechterkampf über die Methoden der Werbewirtschaft, den Massentourismus und Fragen der Innen- wie der Außenpolitik bis hin zum deutsch-deutschen Verhältnis und dem von Herr und Hund: In seinen "Ganz offenen Briefen" zeigte Loriot schon vor sechzig Jahren seine Beobachtungsgabe, Fabulierkunst und Weitsicht. Nun liegen Loriots Briefe erstmals und vollständig in Buchform vor. Eine Entdeckung! Das Hörbuch mit Johann von Bülow, ein Live-Mitschnitt aus der Berliner Bar jeder Vernunft, versammelt die Highlights aus diesem Band.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
7,0
Atmosphäre 
 
7,0
Sprecher 
 
7,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
7,8

Wie ist das Hörbuch umgesetzt?

Johann von Bülow, ein mit Loriot weitläufig verwandter Schauspieler, liest dieses Hörbuch. Mit gezieltem Stimmspiel versucht von Bülow die Texte, die bei einer Live-Lesung aufgenommen wurden, dem Publikum interessant zu machen. Dies gelingt bei weitem nicht immer. Zuweilen wirken die Betonung und Pausensetzung, die Tempovariation und die eingebundene Mundart deutlich überzogen.
Für den Hörbuchbesitzer, der die Doppel-CD in einem Digipack geliefert bekommt, erweist sich die Booklet-Beilage als besonderes Highlight, da dort, neben einem einleitenden Text, eine Vielzahl von Karikaturen Loriots abgedruckt sind.


Resümee/Abschlussbewertung:

Zu Beginn seiner Karriere schrieb Loriot kritische und Denkanstöße gebende satirische Briefe in der Zeitschrift Quick. Diese Sammlung findet sich, ergänzt um einige Reaktionen, sowie unveröffentlichte Briefe, auf dieser Doppel-CD. Insgesamt sind 37 Texte vertreten.

Beim Hören sind der Entstehungszeitraum und der damals vorherrschende Humor zugrunde zu legen, was nicht immer leicht fällt. Manche Banalität findet sich auf der CD, die trotz aller Bemühungen des Vorlesers nicht wirklich humorvoll aufgenommen werden können. Dies beweist auch die Reaktion des Live-Publikums, das zuweilen recht dürftig reagiert. Wer die CDs gehört hat, wird verstehen warum.
Hingegen sind aber auch einige gelungen Spitzen Loriots zu finden, die dessen Stärken offen kundtun, die sich in seinem späteren Schaffen noch deutlicher manifestierten.
Für Loriot-Fans sicherlich ein Muss zur Sammlungsergänzung.

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