NSA          

Michael Brinkschulte   06. Dezember 2018  
NSA

Hörbuch

Untertitel
Nationales Sicherheits-Amt
Autor(en) oder Hrsg.
Sprecher
Erscheinungsjahr
Format
CD
Anzahl Medien
10
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Rückentext

WISSEN IST MACHT – UND SO ETWAS WIE UNWICHTIGE DATEN GIBT ES NICHT!
 
Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, und entwickelt dort Komputer-Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …
 
Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung? Der neue Roman von Andreas Eschbach befasst sich auf ungewöhnliche Weise mit einem brandaktuellen Thema.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,3

Wie ist das Hörbuch umgesetzt?
 
Laura Maire liest dieses Hörbuch und versteht es prächtig die unterschiedlichen emotionalen Stimmungen des Romans stimmlich einzufangen. Die bearbeitete Lesefassung füllt 10 CDs mit 689 Minuten Spielzeit. Die CDs sind in einem ausklappbaren Digipack untergebracht, das Informationen zu Autor Andreas Eschbach und Sprecherin Laura Maire in Wort und Bild zur Verfügung stellt. Darüber hinaus sind textliche Ergänzungen zum Hörbuch nachzulesen, sowie weitere Veröffentlichungen abgedruckt.
 
 
Resümee:
 
Andreas Eschbach führt in seinem neuesten Werk die Hörerschaft in eine düstere Vergangenheitsutopie, die zugleich das aktuelle mediale Datensammelsystem kritisch betrachtet.
Wir erleben mit, wie Helene, die zunächst nicht weiß, was sie einmal beruflich machen will, aus dem Hauswirtschaftsunterricht in das Fach Programmierung wechselt und dort erfolgreich ist. Zeitlich bewegt sich dies in den 1930er Jahren, in denen in diesem Roman die technischen Möglichkeiten sich gerade so entwickeln, wie wir es in den letzten Jahren erlebt haben.
Im Dritten Reich wurde das Geld abgeschafft, bezahlt wird nur noch mit Karte oder per Telefon. Dadurch können die Menschen besser überwacht werden, was Helene schmerzlich feststellen muss, als ein von ihr "gestricktes" Programm zur Überwachung des Kalorienverbrauches dazu genutzt wird, versteckte Personen aufzuspüren.
 
Nach und nach wird Helene deutlich, dass die Arbeit, die sie verrichtet hat, nicht positiv genutzt werden soll, sondern damit Tod und Verderben einher gehen. Doch dies ist erst der Anfang des Romans, in dem Andreas Eschbach historisch belegte Ereignisse in einen neuen Kontext überträgt und damit die Dramatik auf die Spitze treibt. 
Am Ende bleibt der Hörer zum Teil schockiert, zum Teil äußerst nachdenklich zurück, gilt es doch die Kritik an den heute gesammelten Daten mit dem eben Gehörten abzugleichen. 

Ein fiktional-historisches Drama, dessen düstere Stimmung nachhaltig wirkt.
 
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