Levi Neu

Astrid Daniels   27. November 2019  
Levi

Hörbuch

Autor(en) oder Hrsg.
Verlag
Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
1
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Rückentext

»Wenn wer starb, dann war das nicht das Ende.«
Ein Zelt auf einem Hausdach in Berlin – es ist Sommer und Levi ist abgehauen. Zwar wohnt ein paar Stockwerke unter seinem Lager immer noch sein Vater, aber von dem hat er noch nie viel mitbekommen. Und jetzt, nachdem er die Urne seiner Mutter auf der Beerdigung gestohlen hat, kann er sich sowieso nicht mehr blicken lassen. Tigerschatten springen zwischen den Dächern, sitzen Levi im Nacken und streifen um die Urne – derselbe Tiger, der seine Mutter getötet hat, davon ist Levi überzeugt. Im Kampf mit dem Verlust sucht der Junge sich seine eigenen Verbündeten: Da ist der mysteriöse Vincent und da ist Kolja, der Kioskbesitzer, für den Gedächtnisschwund noch immer die beste Art ist, sein Leben zu bewältigen. Was beginnt, ist ein Trip durch die Großstadt, der sich wie ein Roadmovie anfühlt.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
9,0
Sprecher 
 
9,0
Aufmachung 
 
9,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Der Hörer befindet sich gleich zu Beginn mitten in der Geschichte. Mich hat es zunächst irritiert, dass die Geschichte des Jungen Levi von Jasna Fritzi Bauer gelesen wird. Ich hätte mir hier einen Sprecher gewünscht. Davon abgesehen macht Jasna Fritzi Bauer ihren Job jedoch wirklich gut. Ihre Stimme ist jugendlich, rau, trotzig und ungewöhnlich. Sie passt auf den zweiten Blick zu dem Charakter des Protagonisten Levi und der Geschichte im Allgemeinen. 

Der 11-jährige Junge muss damit zurechtkommen, dass seine Mutter gestorben ist. Sein Vater ist häufig nicht zu Hause und daher keine große Hilfe. Die Autorin schafft es den Hörer den Roman aus der Sicht Levis zu erleben. Seine Geschichte ist einfühlsam und authentisch dargestellt. Levi muss plötzlich erwachsen werden und hat damit zu kämpfen. Viele Fragen muss er sich selber beantworten. 
Carmen Buttjer lässt einiges indirekt in die Geschichte einfließen, was dem Roman einen zuätzlichen Tiefgang verleiht. Der Sprachstil ist jugendlich, ohne kindlich zu sein. In dem Roman schwingt ein Hauch Roadmovie mit. Auch das Cover der CD hat mich hieran erinnert. 

Es ist ein ergreifendes, emotionales Familiendrama. Durch die Erzählperspektive aus der Sicht des 11-jährigen Levi bedingt, beinhaltet der Roman auch leichte, bzw. kindlich naive, Momente und Sichtweisen. Carmen Buttjer liefert mit „Levi“ einen gelungenen Debütroman mit viel Gefühl, Tiefgang und einem authentisch gezeichneten Protagonisten ab.

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