Ulysses Hot

Michael Brinkschulte   31. Juli 2012  
Ulysses

Hörspiel

Hörspiellabel/Verlag
Erscheinungsjahr
Format
MP3-CD
Anzahl Medien
4

Rückentext

„Eine spaßhaft-geschwätzige, allumfassende Chronik mit vielfältigstem Material“ - so charakterisierte ihn James Joyce. Als „obszön, unzüchtig, lasziv, nichtswürdig, anstößig und widerlich“ verdammte ihn die New Yorker Gesellschaft zur Unterdrückung des Lasters 1920. Heute sind sich alle einig: Der Ulysses ist ein Klassiker, hochgelobt, sagenumwoben, akribisch dechiffriert – und ungelesen … Der 16. Juni 1904, der Tag an dem der Annoncenverkäufer Leopold Bloom seine Odyssee durch Redaktion, Friedhof, Pub, Bordell und viele weitere denkwürdige Orte Dublins antritt, ist der berühmteste Tag der Literaturgeschichte, - aber seien wir ehrlich: Zwischen Alltag und Bildungslust fehlt notorisch die Zeit für den größten Portaltexts des 20. Jahrhunderts. Bearbeiter und Regisseur Klaus Buhlert verwandelt den unerhörtesten Text der literarischen Moderne in ein Hörereignis, das Rhythmus, Musik, Vielschichtigkeit und Humor von James Joyces Meisterwerk nun für viele erstmals hör- und verstehbar macht.

Hörspiegel-Meinung

Story/Inhalt 
 
9,0
Atmosphäre 
 
8,0
Sprecher 
 
10,0
Soundtrack 
 
8,0
Aufmachung 
 
10,0
Gesamtwertung 
 
9,0

Wie ist das Hörspiel umgesetzt?

Die Aufstellung der Sprecher dieser Produktion bietet eine Reihe von großen Namen, die hier mehrere Zeilen füllen würde. Insgesamt sind 38 Sprecher beteiligt. Weitgehend auf erzählerische Elemente reduziert, bietet das Hörspiel nicht durchgehend Geräusch und Musik, was die Intensität der Einzelpassagen auf die Stimmen zurückwirft.

Das beiliegende Booklet zur 4 MP3-CDs umfassenden Hörspielfassung des Klassikers von James Joyce, hat eine Stärke von mehr als 90 Seiten und bringt vielfältige zusätzliche Informationen mit. Diese reichen von Produktionsfakten über eine Zeittafel, Karten und vieles mehr.
Die Spielzeit von 1290 Minuten verlangt vom Hörer Ausdauer.

Resümee/Abschlussbewertung:

Den Inhalt dieses Mammut-Werkes zusammenzufassen ist kaum möglich, so mag der Rückentext dahingehend genug sein.

Ich widme mich daher der Umsetzung des Hörspiels und dessen Wirkung. Einfach ist es nicht dieses Hörspiel zu konsumieren. So scheinen zwar die Dialoge weitgehend recht schlicht, verlangen dabei jedoch ein stetes Pensum an Aufmerksamkeit, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die unterschiedlichen Kapitel des Hörbuches sind jeweils so angelegt, dass sie einen guten Wiedereinstieg ermöglichen, wenn man mal eine Pause machen möchte.

Regisseur Klaus Buhlert hat durch die Auswahl markanter Stimmen ein Hörspiel geschaffen, bei dem gerade diese Stimmen und das zugehörige Stimmspiel im Fokus stehen. Es ist kein Aktion-Hörspiel, es bietet nur bedingt Spannungselemente, dafür bietet es viel Humor, der zum Teil natürlich, wie sollte es auch anders sein, bei einer Gesellschaftsstudie, schlüpfrig ist.

Ein Hörspiel, auf das sich der Hörer einlassen muss, das nicht durch eine spannende Atmosphäre mitreißt, sondern durch die kleinen Nuancen der Stimmführung die Inhalte transportiert.
Hörspiel auf hohem Niveau, das James Joyce Werk ansprechend zu Gehör bringt.

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