Frankfurter Buchmesse 2015 (Teil 2)

Frankfurter Buchmesse 2015 (Teil 2) Hot

Christine Rubel   25. Oktober 2015  
Frankfurter Buchmesse 2015 (Teil 2)

Bericht

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18. Oktober 2015
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Hörspiegel-Bericht

Zum fünften Mal auf der Frankfurter Buchmesse, fast ein Heimspiel. So fuhr ich kurz nach sechs am Sonntag Richtung Frankfurt los, meine von Postkarten begeisterte Cousine im Gepäck. Pünktlich um neun ging es dann los, der Sprint in Richtung der Hörbuchstände. Und es hat sich gelohnt, denn entgegen meiner Befürchtungen war bei fast allen Hörbuchständen Zeit zum Anschauen und Plaudern. Wie immer gab es eine Menge Neuerscheinungen und dabei waren weniger Mega-Hörbücher als letztes Mal.

Los ging es bei Audio Media. Neben Empfehlungen waren es Fragen um das Für und Wider bei Kürzungen der Hörbücher, wer kürzt und warum. Dass es manchmal besser ist, zu kürzen, und um Autoren, die um jeden Satz kämpfen.  Wird das Hörbuch gekürzt angenommen? Wer entscheidet dies am Ende? Ob normale CDs oder MP3-Format ist ebenfalls ein Reizthema. Beides wird inzwischen vom Hörer akzeptiert, aber die Reaktionen einzelner Kunden können schon mal sehr bestimmend sein. Doch ein Verlag muss für sich abschätzen, wie er seine Produkte am besten verkauft. Das kann schon schwierig werden, vor allem, wenn sich in letzter Minute Cover oder sogar die Handlung ändern. Auch die Sprecher zu finden, die gut zu einem Hörbuch passen, das ist nicht immer einfach. Und nicht jeder Autor, der sein Werk selber vortragen möchte, ist dafür auch geeignet. Manche sehen das ein, manche nicht.  Es ist ein schmaler Grat, denn Autoren sollen nicht verprellt werden, aber die Lesung soll auch beim Hörer ankommen.

Das wurde auch bei anderen Verlagen deutlich. So beim Hörverlag, der sich immer über Beurteilungen freut, die über eine rasante Handlung berichten. Allerdings kommt das manchmal nur durch eine sorgfältige oder auch mal drastische Kürzung zustande. Natürlich nicht bei allen. Die meisten gekürzten Hörbücher lassen nichts vermissen, Ausnahmen gibt zwar immer, sie sind aber selten.

Nicht nur aktuelle Themen und Romane lassen sich als Hörbuchform finden, auch die Klassiker liegen im Trend. Der Audio Verlag hat es sich zum Ziel gesetzt, die 100 besten Klassiker aus Radioproduktionen neu heraus zu bringen,  der Hörverlag setzt ebenfalls auf Klassiker, hat sie neu aufgenommen und in einer Geschenkbox aufwendig verpackt. Beide können mit bekannten Sprechern aufwarten. Einen weiteren Klassiker findet man beim Hörverlag: die Schallplatte. Sehr aufwendig vom Cover her erstrahlen Tolkiens Geschichten in neuem, alten Glanz. Der Audio Verlag hat als eigene Produktion "Sherlock & Watson" in mehreren Folgen auf die Beine gestellt. Dabei liegt das Hauptaugenmerk aber auf den Fällen und weniger auf den Protagonisten.

Bei Lübbe gab es Neuigkeiten von Sebastian Fitzek. Nicht nur, dass es einen neuen Thriller unter seinem Namen gibt. Nein, er schreibt auch Bücher unter einem Pseudonym. Dieses Geheimnis wurde erst auf der Buchmesse gelüftet, als er in Verkleidung kam und dieses Buch vorstellte. Dass er in seinem Buch "Das Joshua-Projekt" nun über den Autor seines anderen Buches schreibt, klingt dann doch etwas merkwürdig. Aber Fitzek ist halt immer für eine Überraschung gut.

Natürlich wollte ich auch sehen, was das Gastland auf die Beine gestellt hat. Gleich beim Eintritt in die Halle war ich begeistert. Unzählige schimmernde Papierleuchten verbreiteten ein Gefühl der Ruhe, alte Schriften wurden in Glasvitrinen zur Schau gestellt und kleine Tische mit exotischen Gewürzen zum Anschauen und probieren luden dazu ein, sich auf eine kleine Reise zu wagen.

Über alle Neuerscheinungen und die vielen netten Gespräche zu berichten, würde hier sicherlich den Rahmen sprengen. Ein Besuch auf der Buchmesse lohnt immer und sich Tipps der Verlagsmitarbeiter zu holen, ist eine gute Idee. Denn meist sind sie es, die auch unbekannte Autoren empfehlen und damit so manches Juwel hervorholen. Wer plant, diese Messe zu besuchen, sollte sich allerdings gut vorbereiten. Denn ansonsten geht man im riesigen Angebot unter. Die Kataloge sind mittlerweile alle im Internet zu sehen, obwohl ich persönlich es schade finde, dass die Papierkataloge oder auch Buchmagazine langsam aber sicher verschwinden. Ich mochte sie. Doch das ist der Lauf der Zeit. Immerhin gibt es das Buch noch. Und das ist auch gut so.

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